Inklusiver Gottesdienst in Bühl - persönlicher Bericht
Winkende Hände und ein Rollenspiel, das unter die Haut geht
Am 14. März, samstags nachmittags, fand in Bühl der jährliche Gottesdienst für Menschen mit Behinderung samt Freunden und Familien statt. Es ging um "Gott, der gute Vater". Ulrike Müller, Mitglied des Gemeindeteams, nahm teil und half anschließend beim gemütlichen Beisammensein im Gemeindehaus. Der Gottesdienst hat sie so bewegt, dass sie darüber geschrieben hat.
„Egal, wie weit du weggehst, die Tür steht immer offen.“ – Die Botschaft ist fast greifbar und zieht sich wie ein roter Faden durch den Gottesdienst. Fröhliches Gemurmel und Unbekümmertheit liegt in der (Kirchen-)Luft, macht es mir leicht, anzukommen. „Einfach spitze, dass du da bist!“ Wie schön, mit diesem Lied begrüßt zu werden – von einer Band, die mitreißend spielt, singt und zu Mitmachbewegungen einlädt!
Ein „etwas anderer“ Gottesdienst zu unüblicher Uhrzeit, der mein Herz anrührt! Viele sind mit ihren Angehörigen oder Betreuern da. Ihre Freude ist hautnah erlebbar: im Schmunzeln und Strahlen, in zufriedenen Lauten, klatschenden Händen und liebevollen Gesten. Auch im Tanz, der einige aus der Kirchenbank lockt. Es macht unheimlich Spaß, ihnen zuzusehen, dabei zu sein und selbst mitzumachen! Ein schönes Bild für lebendige Kirche und gelebte Inklusion!
Das Gleichnis des liebenden Vaters berührt mich. In leichter Sprache wird es Satz für Satz vorgetragen. Gleichzeitig wird es szenisch dargestellt: ausdrucksstark und mit viel Herzblut – Gänsehautmomente inklusive! Alle werden spielerisch miteinbezogen. Die Übersetzung durch die Gebärdensprecherin ist eine ebenso klasse Leistung! Der einzige Wermutstropfen: Ausgerechnet heute streikt die Mikrofonanlage! Zum Glück bleibt die fröhliche Stimmung ungetrübt!
Am Ende bekommen Laienspieler, Band und Organisatoren reichlich Applaus. Hände klatschen ineinander oder winken begeistert. Zu Fuß oder im Rolli geht’s noch ins Gemeindehaus. Auch hier ist die Freude und das herzliche Miteinander spürbar. Getränke und frischer Hefezopf werden dankbar angenommen – letzter ist schnell bis auf den letzten Krümel verputzt!
Ein erfüllter Nachmittag mit der Gewissheit: „In Gottes Haus gibt es keine Barrieren, weder in den Köpfen noch in den Herzen!“
Ulrike Müller
Im Bild: Robert Liebl und Patrick Krieg
