Der Kirche ein Gesicht geben. Ehrenamtliches Engagement.
Rahmenrichtlinien für Ehrenamtliches Engagement im Erzbistum Freiburg
Das Engagement der Ehrenamtlichen
- beruht auf dem durch Taufe und Firmung gegebenen Auftrag und dem Glauben
- ist ein Zeugnis für die Lebendigkeit von Kirche
- ist unverzichtbar
- ist ein Glaubenszeugnis
- ist freiwillig und unentgeltlich
Ehrenamtlich Engagierte haben Anspruch
- auf eine/n Ansprechpartner/in
- auf eine klare und transparente Aufgaben- und Tätigkeitsbeschreibung, die Ziele, Verantwortung, erforderliche Zeit und Kompetenzen sowie ggf. Zeiträume festlegt
- auf einen regelmäßigen Austausch miteinander und mit den Verantwortlichen
- darauf, in Entscheidungen, die sie betreffen, rechtzeitig und verantwortlich einbezogen zu werden
- auf eine verbindliche Klärung, was den Zugang zu Räumen, Schlüsseln und Infrastruktur betrifft
- auf eine Einführung in die Tätigkeit, Begleitung, Ermutigung und Qualifizierung, ggf. Supervision und geistliche Begleitung.
- auf ein zeitliche Befristung ihres Engagements und eine Achtsamkeit gegenüber ihren Grenzen und Möglichkeiten. Ehrenamtliches Engagement muss mit Erwerbs- und Familienarbeit vereinbar sein. Ggf. kann die Kirchengemeinde/Einrichtung die Kosten der Kinderbetreuung bezahlen.
- auf Erstattung ihrer Auslagen, auch bei geringen Beträgen, sowie auf Übernahme der Kosten für Fortbildungen, wenn diese vorher abgesprochen war
- auf Anerkennung und Würdigung und auf einen Nachweis über ihre ehrenamtliche Tätigkeit
- auf Versicherungsschutz durch die Erzdiözese
- eigenständig und eigenverantwortlich tätig zu sein (keine ausführenden Organe von Hauptberuflichen, keine Lückenbüßer)
Weitere Grundsätze
- Die Verbände regeln ihre Angelegenheiten nach dem Prinzip der Subsidiariät selbst.
- Arbeit und Engagement in Projekten ist förderungswürdig.
- Die Zusammenarbeit mit Caritasverbänden, evangelischen Gemeinden und Einrichtungen, mit kommunalen Trägern und Initiativen wird aktiv gefördert.
- Die Übernahme einer ehrenamtlichen Tätigkeit soll zur Gemeinde hin deutlich gemacht werden. Für manche Tätigkeiten ist eine formale Beauftragung durch die Diözese erforderlich.
Ehrenamt im kirchlichen Kontext
Es braucht eine neue Achtsamkeit, weil gesellschaftliche und kirchliche Veränderungen den Kontext ehrenamtlichen Engagements verändern: Von der Tätigkeit aus Pflichtgefühl zum zeitlich überschaubaren Mitwirken.
Nach wie vor gehört das Mit-Tun in der Kirche zu den bedeutendsten Feldern freiwilligen Engagements. Christ/innen sind auch in nichtkirchlichen Feldern aktiv.
Neue Kultur der Wertschätzung:
- Partnerschaftliche Mitbestimmungsmöglichkeiten
- Menschen bewusst einladen, sie mit ihren Charismen aktiv ansprechen, den Weg ihrer persönlichen Berufung begleiten
- Menschen annehmen, wie sie sind
- Ehrenamtliche bestimmen selbst über Thematik, Umfang und Zeiten, dürfen nicht einfach in den Betrieb eingeplant werden
Freiwillige können durch ihre ehrenamtliche Tätigkeit ihre Persönlichkeit und ihre Kompetenzen weiterentwickeln. Sie erleben trotz mancher Enttäuschungen ihr Engagement überwiegend als positiv. Diese Erfahrung soll gefördert und gestärkt werden. Ehrenamtliches Engagement ist wertvoll für die Kirche, aber auch für die Gesellschaft.
Ehrenamtliches Engagement ist Ausdruck des gemeinsamen Priestertums, keine Konkurrenz zum hauptamtlichen Dienst. Wo Menschen zusammenwirken, kommt es zu zwischenmenschlichen Schwierigkeiten. Deshalb sind Transparenz, Kommunikation und klare und verlässliche Absprachen wichtig.
Kooperation und Kommunikation – Standards in der Erzdiözese Freiburg
Wertschätzung und Respekt sind leitende Werte. Zu den Standards der Erzdiözese gehört eine Aufgabenbeschreibung und ein Aufgabengespräch.
Die Aufgabenbeschreibung
- Definiert miteinander besprochene Regeln über Dauer, Aufgaben, Zielen, Zuständigkeiten, Erwartungen.
- Kann eine Zeit der Erprobung beinhalten
- Sieht grundsätzlich vor, dass ein Engagement zeitlich befristet und auch wieder beendet werden kann
- Soll schriftlich sein
- Kann durch eine Rückbindung an die größeren pastoralen Ziele (Pastoralkonzeption) Kräfte freisetzen und Entwicklung fördern.
Das Aufgabengespräch
- Sollte mindestens am Anfang und am Ende des Engagements durchgeführt werden
- Beschreibt klar die Tätigkeit, Zuständigkeiten, Rechte, Pflichten – diese Absprachen können nicht einseitig verändert werden
- Dient der Einbindung in Mitverantwortung und Entscheidungen, die den/die Ehrenamtliche/n betreffen. Es geht um eine kooperative Weiterentwicklung.
- Ermöglicht Information und Reflexion









