Inklusion lernen
Erfahrungsbericht aus der Region Mittlerer Oberrhein - Pforzheim
Ich bin als Referentin neu in der Inklusionsarbeit und das bedeutet zunächst vor allem Lernende zu sein.
Mein Name ist Katja Dobrocsi und ich arbeite schon über zehn Jahre lang in der Abteilung Erwachsenenpastoral, und zwar in der Frauen*arbeit. Diese Tätigkeit ist regional aufgestellt und hat viel mit Vernetzung zu tun. Und genau das waren Anknüpfungspunkte, um in meiner Region projekthaft zusätzlich das Themenfeld Inklusion anzusiedeln. Seither arbeite ich mich ein und begegne Menschen, die Kirche inklusiver machen.
Was habe ich schon von ihnen gelernt?
Als erstes einiges über Worte:
Zum Beispiel: Ein „Handicap“ ist ein Begriff aus dem Golfsport – während ich dachte, dass es ein weniger stigmatisierendes Wort für Behinderung sei. Aber direkt von Behinderung zu sprechen ist in Ordnung. Erst recht, weil dieses Wort auch ausdrückt, dass Menschen durch Hürden in ihrer Teilhabe behindert werden.
Oder ein Mensch sagt „ich bin taubblind“ – und macht damit nicht nur eine Aussage über fehlende Sinne, sondern möglicherweise auch darüber, dass er oder sie sich einer Community zugehörig fühlt, mit eigener Kultur.
Oder das für mich ganz neue Wort „Crip Time“ = „Krüppel-Zeit“: mit Behinderung klarzukommen bedeutet, mit Zeit anders umgehen zu müssen. Meine Erinnerung an einen Kreuzbandriss hilft mir, das vielleicht ansatzweise zu verstehen. Diese zusätzliche Criptime in der Begegnung mit Menschen mit Behinderung mitzudenken, macht einen Unterschied.
Zum Beispiel: Ein „Handicap“ ist ein Begriff aus dem Golfsport – während ich dachte, dass es ein weniger stigmatisierendes Wort für Behinderung sei. Aber direkt von Behinderung zu sprechen ist in Ordnung. Erst recht, weil dieses Wort auch ausdrückt, dass Menschen durch Hürden in ihrer Teilhabe behindert werden.
Oder ein Mensch sagt „ich bin taubblind“ – und macht damit nicht nur eine Aussage über fehlende Sinne, sondern möglicherweise auch darüber, dass er oder sie sich einer Community zugehörig fühlt, mit eigener Kultur.
Oder das für mich ganz neue Wort „Crip Time“ = „Krüppel-Zeit“: mit Behinderung klarzukommen bedeutet, mit Zeit anders umgehen zu müssen. Meine Erinnerung an einen Kreuzbandriss hilft mir, das vielleicht ansatzweise zu verstehen. Diese zusätzliche Criptime in der Begegnung mit Menschen mit Behinderung mitzudenken, macht einen Unterschied.
Zu lernen gab es auch etwas über inklusive Liturgie und Vielfalt – und kirchliche Netzwerke:
In meiner Region konnte ich schon zwei inklusive Gottesdienste mitfeiern, einmal in Bühl und einmal in Pforzheim. Und ich war richtig erstaunt über ihre große Unterschiedlichkeit: Der eine fand am Wochenende statt, in einer großen Kirche, katholisch im Ablauf und der andere ökumenisch, im Gemeindesaal im Kreis und unter der Woche abends. Sehr vielfältig schienen mir außerdem bei beiden die Wahrnehmungs- und Kommunikationsmöglichkeiten der Anwesenden, und ich empfand es als sehr kunstvoll und ansteckend, immer wieder über verschiedene oder mehrere Sinne gleichzeitig angesprochen zu werden.
Bei diesen Gottesdiensten habe ich zudem Menschen wiedergetroffen, die ich schon kannte: aus der kfd, aus Gemeindeteams, frühere Dekanatsreferenten, aus dem Ökum. Netzwerk Kirche im Nationalpark, vom Bildungswerk. Manche mit einem eigenen familiären Bezug zu Behinderung, von dem ich bisher nichts wusste, andere einfach aus Überzeugung und in ihrem Ehrenamt.
In meiner Region konnte ich schon zwei inklusive Gottesdienste mitfeiern, einmal in Bühl und einmal in Pforzheim. Und ich war richtig erstaunt über ihre große Unterschiedlichkeit: Der eine fand am Wochenende statt, in einer großen Kirche, katholisch im Ablauf und der andere ökumenisch, im Gemeindesaal im Kreis und unter der Woche abends. Sehr vielfältig schienen mir außerdem bei beiden die Wahrnehmungs- und Kommunikationsmöglichkeiten der Anwesenden, und ich empfand es als sehr kunstvoll und ansteckend, immer wieder über verschiedene oder mehrere Sinne gleichzeitig angesprochen zu werden.
Bei diesen Gottesdiensten habe ich zudem Menschen wiedergetroffen, die ich schon kannte: aus der kfd, aus Gemeindeteams, frühere Dekanatsreferenten, aus dem Ökum. Netzwerk Kirche im Nationalpark, vom Bildungswerk. Manche mit einem eigenen familiären Bezug zu Behinderung, von dem ich bisher nichts wusste, andere einfach aus Überzeugung und in ihrem Ehrenamt.
Und noch eine letzte Erkenntnis: Bei mehreren Gelegenheiten wurde mir klar, wie viele Schnittmengen es gibt zwischen dem, was Menschen mit Behinderung hilft und dem, was alten Menschen hilft.
Sie können sich als Haupt- und Ehrenamtliche*r sowie Interessierte*r, jeweils mit oder ohne Behinderung, gern an mich wenden. Ich freue mich über jeden Kontakt und unterstütze oder vernetze bei Bedarf. Sie erreichen mich hier.
